Der englische Fußballstar Eric Dier hat ein neues unternehmerisches Spielfeld

Mit eigenem Büro und einem Besprechungsraum starten er und sein Team eine ambitionierte neue Plattform

Eric Dier, Profi-Fußballer und Gründer von Spotlas, einer Empfehlungs-Plattform. Foto mit freundlicher Genehmigung von Spotlas.

Auf den ersten Blick ist die Welt des Profi-Fußballs sehr weit von Technologie-Startups entfernt. Doch Eric Dier, der sowohl für die englische Nationalmannschaft als auch für den Premier-League-Verein Tottenham Hotspur spielt, findet überraschend viele Synergien zwischen diesen beiden Welten. In seiner neuen Rolle als Hightech-Gründer erweisen sich das Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich in schwierigen Situationen einzubringen, die er als Innenverteidiger unter Beweis gestellt hat, als äußerst nützlich.

„Sich auf etwas völlig Neues einzulassen, war natürlich eine große Herausforderung. Irgendwie erinnerte mich der Eintritt in die Welt der Startups an meine Zeit als 15- oder 16-jähriger Fußballer“, lächelt Dier. „Die Art und Weise, wie ich an die Dinge herangehe, meine Arbeitsmoral, meine Einstellung, all das ist immer gleich, egal worum es geht.“

Diers neues Projekt ist Spotlas, eine Plattform, die die Crowdsourcing-Bewertungen von TripAdvisor oder Yelp mit dem Community-Erlebnis einer Social-Media-Plattform kombiniert. Die Idee entstand durch eine persönliche Erfahrung: Als Zoe Connick, eine langjährige Freundin von Dier, noch studierte, hatten Freunde ihr ein Restaurant empfohlen, von dem sie hellauf begeistert war. Sie überlegte, welche anderen verborgenen Schätze es in ihrer Umgebung gab und ob es eine bessere Möglichkeit geben könnte, sie zu entdecken. 

Connick tat sich mit Dier und dessen Bruder Patrick zusammen, um eine App zu entwickeln, mit der die Benutzer Freunden und Familienmitgliedern folgen und deren Empfehlungen für Städte ausprobieren können, in denen sie gelebt haben oder die sie besucht haben.

„Wir möchten diese Art von Mundpropaganda digital zugänglich machen“, sagt Dier. „Hier geht es um Menschen, die du kennst, denen du vertraust, die einen ähnlichen Geschmack haben wie du selbst. Und natürlich auch darum, auf Reisen in die Fußstapfen der Einheimischen zu treten oder tolle Lokale in der eigenen Stadt zu entdecken.“

Die richtigen Ziele setzen und auf Erfolgskurs gehen

Die Entwicklung einer App ist schon unter idealen Bedingungen nicht einfach, aber die Einführung einer Plattform für Reisen während einer globalen Pandemie ist ein besonders schwieriges Unterfangen. Dier ist jedoch kein Mensch, der Herausforderungen scheut. Obwohl COVID-19 den Zeitplan des Unternehmens logischerweise durcheinandergebracht hat, sieht er die Verzögerung als Chance für das Spotlas-Team, das Produkt zu verfeinern und zu verbessern. „Es geht darum, aufgeschlossen zu sein und neue Probleme auf die richtige Weise anzugehen“, sagt er. 

Ich denke, es ist wichtig, im Blick zu behalten, dass sich alle wohlfühlen, was sehr schwierig ist, wenn alle von zu Hause aus arbeiten.

Eric Dier, Profi-Fußballspieler und Gründer von Spotlas

Dier hat sich stets hohe Ziele gesteckt und alles dafür getan, um sie zu erreichen. Auch wenn eine Karriere im Profi-Fußball für die meisten Teenager wohl ein ferner Traum ist, hat er gewissenhaft trainiert und darauf vertraut, dass es sich auszahlen würde. Für Spotlas möchten Dier und seine Partner ihre Idee so weit bringen wie möglich. 

„Unser Ziel ist eine riesige soziale Plattform“, sagt Dier. „Wir möchten alles aus einer Hand anbieten, von der Reservierung von Restaurants bis hin zur Buchung von Hotels, Reisen oder Yogakursen. Wir wollen eine ganzheitliche Erfahrung bieten.“

Er hofft auch, dass eine auf persönlichen Empfehlungen basierende Reiseplattform Menschen auf der ganzen Welt dazu ermutigt, den eigenen Komfortbereich zu verlassen. Es ist schließlich sehr bequem, sich auf vertraute Orte zu konzentrieren, nimmt uns aber die Chance, Neues zu entdecken. Vor allem jetzt, da sich die Welt wieder öffnet und die Reisebeschränkungen gelockert werden, hofft Dier, dass Spotlas die Menschen zum Entdecken inspiriert.

„Viele Leute kehren immer wieder zu denselben Orten zurück“, meint er. „Durch Empfehlungen von Menschen, die man kennt und denen man vertraut, verringert sich hoffentlich die Furcht vor dem Unbekannten.“

Ein Arbeitsplatz zur Unterstützung innovativen Denkens 

Dem Spotlas-Team war klar, dass es entscheidend sein würde, die richtige Umgebung zu finden, um eine neue soziale Plattform von Grund auf aufzubauen. Benötigt wurde auf jeden Fall ein eigener Bereich, in dem man sich mit potenziellen Investoren und Partnern treffen und die Kreativität des Teams fördern konnte. Die Wahl fiel auf WeWork Marylebone, einem hellen und modernen Gebäude im Londoner Nordwesten. 

Dier am Standort WeWork Marylebone in London.

„Für mich hat die Verfügbarkeit eigener Räumlichkeiten immense Vorteile“, findet Dier. „Mir fällt es dann leichter, zwischen Arbeit und anderen Aufgaben zu unterscheiden. Gestern bin ich für eine Besprechung zu WeWork und konnte ich mich dort viel besser darauf einstimmen.“

Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die täglich im WeWork Büro sind, muss Dier seine Zeit bei Spotlas mit seinem Trainingspensum und Spielplan koordinieren. Er nimmt dennoch gerne persönlich an den Terminen und Arbeitssitzungen mit dem restlichen Team teil. Gelegentlich trifft man ihn dort in der Gemeinschaftsküche an, wo er die eine oder andere Tasse Tee zubereitet, um Energie zu tanken. „Das bringt mich wieder ins Lot“, sagt er und verrät, dass er „ein Grünteetyp“ ist.

Da Spotlas als eines der ersten Unternehmen nach dem Lockdown in den Coworking-Bereich zurückkehrte, war es anfangs eher ruhig um das Team herum. In den letzten Wochen stellte Dier jedoch eine spürbare Veränderung fest, da immer mehr Leute aus dem Homeoffice zurückkehren und die Startups aktiv werden. Die kreative Energie bei WeWork ist zurück. „Ich war gestern im Büro und man spürte wirklich die energiegeladene Atmosphäre“, freut sich Dier. 

Wie jedes Startup nutzen er und sein Team verschiedene digitale Tools, aber es gibt keinen Ersatz für die Fähigkeit, die Stimmung zu sondieren. Das Büro bei WeWork wirkte sich auch auf die psychische Verfassung aller Beteiligten positiv aus. „Wir sind ja mittlerweile alle an Zoom gewöhnt, aber die persönliche Begegnung ist etwas ganz anderes“, meint Dier. 

„Ich denke, es ist wichtig, im Blick zu behalten, dass sich alle wohlfühlen, was sehr schwierig ist, wenn alle von zu Hause aus arbeiten“, sagt er. „Bei einem einstündigen Zoom-Meeting kann man leicht so tun, als sei alles mit einem in Ordnung. Im Büro hat man hingegen ein viel besseres Gespür dafür, wie es den anderen geht, was meiner Meinung nach ein Faktor ist, der oft übersehen wird.“ 

Während man bei Spotlas in den Vorbereitungen für die Einführung einer neuen und verbesserten Version der Plattform sowie der Android- und Webanwendungen steckt, achtet Dier zudem darauf, sich um seine Teammitglieder zu kümmern – und am Ball zu bleiben. 

Seit mehr als einem Jahrzehnt berichtet Diana Hubbell aus den Bereichen Design, Kunst, Reisen und Kultur für Publikationen wie The Washington Post, The Guardian, Eater, Condé Nast Traveler, The Independent, VICE, Travel + Leisure, Architectural Digest, Atlas Obscura und WIRED.

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