Fünf Erkenntnisse über die Zukunft des flexiblen Arbeitens

WeWork CEO Sandeep Mathrani spricht mit „The Economist“ über die Zukunft von Büro und Belegschaft


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Durch die COVID-19-Pandemie hat die Art und Weise, wie und wo Angestellte arbeiten, nachhaltig verändert. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage von FlexJobs ergab, dass 65 Prozent der Beschäftigten auch dann Vollzeit remote arbeiten möchten, wenn die Büros wieder geöffnet werden, und weitere 31 Prozent wünschen sich die Möglichkeit, Remote- und Bürozeiten miteinander zu kombinieren. Um Spitzenkräfte zu gewinnen, müssen Arbeitgeber sowohl flexible Arbeitszeiten als auch flexible Arbeitsbereiche anbieten – ein hybrides Zukunftsmodell, für das die Unternehmen umdenken müssen.

WeWork CEO Sandeep Mathrani sprach kürzlich mit Jan Piotrowski von The Economist über die Zukunft der flexiblen Arbeit und darüber, wie Unternehmen wie WeWork eine wichtige Rolle dabei spielen können, eine neue Ära des Arbeitens einzuläuten. Hier sind einige wichtige Erkenntnisse aus dem Gespräch. 

Flexibilität ist der Schlüssel zu Wachstum und Zufriedenheit

Als sich die Arbeit von zu Hause aus schnell von einer willkommenen Abwechslung zu einer Pandemie-bedingten globalen Notwendigkeit entwickelte, merkten viele Angestellte, dass kürzere oder gar nicht mehr vorhandene Arbeitswege und mehr Zeit mit der Familie willkommene Nebeneffekte waren. Aber das Arbeiten von Zuhause bringt seine ganz eigenen Probleme mit sich: Ungleichheiten bei der Kinderbetreuung, Burnout und zunehmend verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit haben gezeigt, dass die ideale Lösung eigentlich irgendwo zwischen Vollzeit im Büro und Vollzeit im Homeoffice liegt. 

„Das Wort, das momentan überall zu hören ist, ist hybrid,“ sagte Mathrani gegenüber The Economist. „Man arbeitet zwei oder drei Tage pro Woche von zu Hause aus und zwei oder drei Tage pro Woche im Büro. Flexibilität ist ein Mehrwert, der enorm zugenommen hat.“  

Flexibilität ist auch, wie Unternehmen in Zukunft skalieren werden, so Mathrani. Bürovergrößerungen werden nicht mehr in Etappen durchgeführt, bei denen man von einer Quadratmeterzahl zur nächsten wechselt, während man mehrjährige Mietverträge unterschreibt, aus denen man möglicherweise schon vor Ablauf der Laufzeit entwachsen ist. Stattdessen werden Arbeitgeber dynamischere Bürolösungen nutzen, die mit ihren Anforderungen wachsen – und schrumpfen – können. 

„Die zentrale Idee von WeWork ist Flexibilität“, so Mathrani. „Wir sind flexibel, was den Platzbedarf angeht. Ein Unternehmen hat Flexibilität bei der Zeit, die es benötigt. Und wir sind flexibel, was die Übertragbarkeit der Kosten angeht. Mit anderen Worten: Wenn ein Unternehmen bei uns in London ist und Leute nach Manchester verlegen muss, kann es das tun, ohne dass sich deshalb die Kosten verdoppeln.“ 

Hub-and-Spoke ist der neue Hauptsitz

Schon vor der Pandemie begannen große Arbeitgeber, ihre Megabüros in Orten wie New York zugunsten kleinerer Standorte über verschiedene Märkte zu verteilen. Hochkarätige Arbeitskräfte wollten nicht mehr nur in den großen Metropolen leben, sie setzten auf Orte wie Austin, Denver, Charlotte und Nashville. So entwickelt sich das Hub-and-Spoke-Modell schnell zu einem globalen Trend, da die Teams zunehmend verteilt werden und die Angestellten ihre Karriereentscheidungen danach treffen, wo sie leben wollen und nicht danach, wo sich die globale Hauptgeschäftsstelle befindet. 

Mathrani nennt London als Paradebeispiel dafür, wie sich das Büro-Ökosystem geografisch immer mehr verbreitet und wie WeWork eine schlüsselfertige Lösung für Unternehmen bietet, die das Hub-and-Spoke-Modell übernehmen wollen. „Man hat z. B. einen Hub im Londoner Zentrum und dann Spokes für die Zusammenarbeit in Waterloo und Paddington“, so Mathrani. „Wir sehen Firmen wie wir, die diese Großunternehmenskunden mit einem solchen Modell bedienen können … Und [für diese Kunden] werden wir quasi zu diesen Spokes innerhalb der Stadt.“ 

Büros nach Bedarf

Büroräume sind seit mehr als einem Jahrhundert eher statisch: Man pendelt in die gleichen Büros und sitzt jeden Tag am selben Schreibtisch. Mathrani ist jedoch der Meinung, dass die Büros von morgen dynamischer und digitaler sein werden und damit auch der Bedarf nach mehr On-Demand-Büros für globale Belegschaften steigen wird. 

WeWork Gotham Center in Long Island City, NY.

„COVID hat uns letztlich angeregt, unsere Immobilien zu digitalisieren und eine All Access Card einzuführen,“ sagte er. „All Access" ermöglicht einem Kunden den Zugang zu Hunderten von WeWork Standorten weltweit. Man kann stunden-, tage- oder wochenweise nach Bedarf buchen oder ein Abo abschließen. Wir haben den Anstoß gegeben, die Art und Weise, wie Menschen über die Rückkehr an den Arbeitsplatz denken, komplett zu verändern.“ 

Das flexible Büro von morgen könnte also stärker auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen und Arbeitgeber eingehen und eine neue Arbeitsweise ermöglichen, die nicht länger von einem festen Büromodell geprägt ist.   

Zusammenarbeit funktioniert am besten, wenn sie persönlich stattfindet

Sogar diejenigen, die mit der Remote-Arbeit voll und ganz zufrieden sind, haben das Gefühl, dass irgendetwas fehlt, wenn nicht alle in einem Raum zusammen kommen. Der Mangel an direkter persönlicher Zusammenarbeit hemmt Innovationen. Kein Wunder: Diese kleinen, inspirierenden Begegnungen, die Innovationen vorantreiben und in Bürofluren oder zwanglosen Lunch-Pausen stattfinden, sind aus der Ferne nur schwer zu realisieren. 

„Mit der andauernden Pandemie haben Produktivität und Innovation stark gelitten,“ so Mathrani. „Die Leute wollen [ins Büro] kommen, zusammenarbeiten und innovativ sein. Sie brennen darauf, zurückzukehren und loszulegen.“ Laut einer Studie von WeWork und brightspot strategy zum dem Thema, wie sich die Arbeit im Homeoffice auf die Zusammenarbeit auswirkt, wollen 90 Prozent der Menschen mindestens einen Tag in der Woche ins Büro zurückkehren. 

Mathrani merkte auch an, dass die Arbeit von Zuhause aus kein genereller Gewinn für die psychische Gesundheit ist – die MitarbeiterInnen verspüren Burnout-Symptome. Eine physische Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben zu schaffen und den MitarbeiterInnen gleichzeitig die Flexibilität zu bieten, die sie brauchen, könnte für eine ausgewogenere Zukunft sorgen. 

„Die Leute wollen zurück [ins Büro] kommen, weil sie eine Pause von zu Hause brauchen. Zuhause gibt es viele Ablenkungen, keine Abgrenzung und es ist einfach nicht gut für die psychische Gesundheit“, sagte er. Man braucht einfach Ruhe und Frieden, um effizient arbeiten zu können. Und genau da kommt das Hybrid-Modell ins Spiel.“

Das traditionelle Mietmodell muss sich weiterentwickeln

Die Pandemie hat sich stark auf die Einnahmen von Vermietern von Gewerbeimmobilien ausgewirkt und zwingt viele dazu, das traditionelle Mietmodell zu überdenken. „Vermieter müssen kürzere Laufzeiten anbieten, und ich glaube, dass sie ihre eigenen flexiblen Räumlichkeiten schaffen werden, um ihre Kunden an sich binden zu können“, so Mathrani. 

Dieser Wandel muss aber nicht unbedingt dazu führen, dass sich Vermieter und Unternehmen wie WeWork in die Quere kommen, so Mathrani. „Wir wissen, wie man diese Bereiche konzipiert, wir wissen, wie man sie baut, wir wissen, wie man an kleinere Unternehmen verkauft, was nicht viele Unternehmen tun“, sagte er. Die symbiotische Beziehung zwischen WeWork und Vermietern könnte in den kommenden Jahren eine ganz neue Welle flexibler Bereiche mit sich bringen und einen Trend beschleunigen, der durch die Pandemie bereits in Gang gesetzt wurde.

T.M. Brown ist Journalist, Autor und Podcast-Host mit Sitz in New York.

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