Die Morgenroutinen erfolgreicher Menschen

Jeden Tag auf dieselbe Weise zu beginnen, könnte der Schlüssel zum Erfolg sein. Erfahre hier, wie Marie Kondo, Oprah und Barack Obama ihren Morgen gestalten

Wie du die ersten paar Stunden deines Morgens verbringst, kann den Rest deines Tages bestimmen. Da Routinen keiner Entscheidung mehr bedürfen, führen sie unweigerlich zu einer erhöhten Effizienz – du sparst Zeit und Energie. Einige der am meisten bewunderten, kreativen und erfolgreichen Menschen dieser Welt verlassen sich auf ihre jeweiligen Morgenroutinen, um sicherzustellen, dass ihr Tag so produktiv und fruchtbar wie möglich wird. Wenn du dich gegen deinen morgendlichen Weckruf sträubst und gerne die Schlummerfunktion betätigst, erfährst du dank der folgenden Routinen ein paar Tipps, mit denen du deine Gewohnheiten verbessern kannst. 

Five morning routines to set your day up for success

1. Verschreibe dich einem Ritual

Zünde eine Kerze an, umarme deinen Partner, wasche dein Gesicht – was auch immer du am Morgen tust, mache ein Ritual daraus, das den Beginn eines neuen Tages und somit einen Neuanfang markiert. Die amerikanische Tänzerin Twyla Tharp ist ein großer Fan von Ritualen sowohl für mehr Kreativität als auch für mehr Eigenverantwortung. In ihrem Buch The Creative Habit schreibt sie über ihre Morgenroutine, die darin besteht, um 5:30 Uhr aufzustehen, ihr Trainingsoutfit anzuziehen und anschließend ein Taxi zu rufen, das sie ins Fitnessstudio bringt.

„Das Ritual besteht nicht etwa aus dem Dehnen oder dem Krafttraining, das ich jeden Morgen im Fitnessstudio mache; das Ritual ist das Taxi. In dem Moment, in dem ich dem Fahrer sage, wohin ich möchte, habe ich das Ritual abgeschlossen“, schreibt Tharp. „Es ist eine einfache Routine – doch dadurch, dass ich sie jeden Morgen auf dieselbe Weise durchführe, habe ich mich daran gewöhnt und kann sie mühelos wiederholen. Das vermindert auch die Gefahr, dass ich sie schleifen lasse oder irgendetwas an ihr ändere. Es ist ein weiterer Posten in meiner Palette an Routinen und eine Sache weniger, an die ich denken muss.“

Marie Kondo, Autorin von Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert hat ebenfalls ihre eigenen Rituale. „Sobald ich aufstehe, öffne ich alle Fenster, lasse frische Luft herein und zünde dann ein Räucherstäbchen an“, schreibt sie auf ihrem Blog. „Ich bemühe mich, mein Zuhause den ganzen Tag über gemütlich und voller reiner Energie zu halten; meine Morgenrituale halten mich dabei auf Kurs.“

2. Clear your head

Es gibt viele gute Gründe dafür, morgens zu meditieren: Diese Übung kann dazu beitragen, Angst und Stress besser zu kontrollieren, aber auch dein Selbstbewusstsein und Konzentrationsvermögen zu stärken. Kein Wunder also, dass so viele Führungskräfte die Kunst der Achtsamkeit in ihren Alltag integriert haben. Jen Rubio, Mitbegründerin von Away, beginnt ihren Tag mit einer Meditation, bevor sie ins Training geht. Arianna Huffington, deren Thrive Global-Büro sich in einem der Headquarters by WeWork Räumen in New York befindet, praktiziert jeden Morgen 20 bis 30 Minuten lang Achtsamkeitsübungen – und zwar ganz bewusst, bevor sie E-Mails checkt oder sich anderweitigen Technologien widmet. Und vor seinem neun Kilometer langen Lauf nimmt sich Twitters Jack Dorsey jedes Mal 30 Minuten Zeit, um zu meditieren. 

3. Sweat

Die Chefredakteurin der Vogue, Anna Wintour, beginnt ihren Morgen mit einem einstündigen Tennismatch – ein kluger Schachzug. Eine Studie der Universität Bristol ergab, dass Menschen, die täglich trainieren, mit höherer Wahrscheinlich mehr Energie und eine positivere Einstellung haben als diejenigen, die nicht so sehr ins Schwitzen kommen. Bewegung am Morgen kann dir eine mentale Klarheit verschaffen, die den ganzen Tag über anhält. „Solche Übungen führen zur Ausschüttung von Neurotransmittern, die die geistige Klarheit fördern und die Aufmerksamkeitsspanne verbessern“, erklärt Trainingspsychologin Jasmin Theard. „Man fühlt sich erfüllt, verjüngt und wieder aufgeladen.“

Entsprechende Übungen waren auch Teil des Terminkalenders von US-Präsident Barack Obama während seiner Zeit im Weißen Haus. Noch bevor er sich auf den Weg ins Oval Office machte, standen Gewichtheben und Cardio auf seinem Plan. 

Mellody Hobson, Vorsitzende von Ariel Investments, integriert alle möglichen Bewegungen in ihren Morgen. Ihre Übungen beinhalten Laufen, Gewichtheben, Schwimmen oder Radfahren, stets gefolgt von einem Bad. „Mein Bad ist eine private Zeit für mich, auf die ich nicht verzichten kann“, verrät sie der CNBC. „Ich nehme jeden Morgen ein Bad und nutze diese Zeit, um mich voll und ganz zu entspannen. Wenn ich an kalten Tagen in Chicago draußen laufe, bin ich in Gedanken an mein Bad auf dem Rückweg sogar schneller.“

4. Practice gratitude

Es mag dich vielleicht überraschen – aber nachdem Marie Kondo bei sich zu Hause ein Räucherstäbchen angezündet hat, startet sie nicht etwa eine akribische Faltsitzung. Stattdessen übt sie sich in Dankbarkeit. „Ich spreche ein Dankesgebet für die Gesundheit meiner Familie und Teammitglieder und bekräftige meine Entschlossenheit, an diesem Tag so viel wie möglich zu erledigen“, schreibt sie. Das Notieren ihrer täglichen To-Do’s kommt erst im Anschluss an diese Übung. 

Oprahs Morgenroutine beinhaltet unter anderem den Aspekt der Wertschätzung. Nachdem sie sich die Zähne geputzt hat und mit ihrem Hund spazieren gegangen ist, liest sie sich laut dem Modemagazin Harper’s Bazaar fünf Karten aus ihrer „365 Gathered Truths“-Box durch. Als einer der Einträge auf ihrer „Favoritenliste“ von 2014 vermittelt diese Box inspirierende Weisheiten. „Eine wundervolle Art, den Tag zu beginnen“, verriet Oprah dem Bazaar. Ein Beispiel aus der Box gefällig? „Reichtum wird nicht in Dollar oder Cent gemessen, sondern anhand der Liebe, die wir erzeugen, dem Lachen, das uns erfreut, den Mahlzeiten, die wir teilen, den Träumen, die wir erleben und den Hoffnungen, die wir erzeugen."

5. Rise with the sun (or even before it)

Eine Studie aus dem Jahre 2008, die in The Journal of General Psychology veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Frühaufsteher weniger als Nachtschwärmer dazu neigen, Dinge aufzuschieben. Dies erklärt, warum sich viele erfolgreiche Menschen im Laufe der Geschichte als Frühaufsteher erwiesen haben: Der Apple CEO Tim Cook steigt beispielsweise schon um 3:45 Uhr in der Früh aus dem Bett, um seine E-Mails durchzuschauen, bevor er um 5 Uhr seinen Termin im Fitnessstudio wahrnimmt. Gründer und Vorsitzender der Virgin Group, Richard Branson, steht zu einer etwas weniger unchristlichen Zeit – nämlich gegen 5 Uhr morgens – auf, um zu trainieren und etwas Zeit mit seiner Familie zu verbringen. 

„Ich war immer schon ein Frühaufsteher“, schreibt er in einem Blog von Virgin. „In meinen 50 Jahren im Geschäft habe ich gelernt, dass man deutlich mehr an einem Tag – ergo im Leben – erreicht, wenn man früh aufsteht.“ Branson fügt hinzu: „Ich finde die Zeit der Stille, bevor der Großteil der Welt sich (an-)meldet, perfekt, um sich über Neuigkeiten zu informieren und E-Mails zu beantworten. Diese Morgenstunden ermöglichen mir einen frischen und organisierten Start in den Tag.“

Kate Bratskeir ist Autorin bei WeWorks „Ideas by We“ mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzpsychologie. Davor war sie leitende Redakteurin bei Mic und HuffPost. Ihre Artikel sind bisher u. a. im New York Magazine, auf Health.com sowie in den Zeitschriften Travel & Leisure und Women’s Health erschienen.

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