Gewusst wie: Mit Innovationen Grenzen überwinden

Vier Wege, eine Umgebung zu schaffen, die das Bedürfnis nach Veränderung weckt und eine Innovationskultur fördert

Wir alle wissen, dass wir innovativ sein müssen, um zu überleben. Einige Unternehmen beherrschen die Kunst der Innovation scheinbar. Sie haben die Fähigkeit, Wände zu durchbrechen, Produkte zu entwickeln, ihren Fokus in Windeseile umzulenken und ganze Branchen zu revolutionieren. Doch für viele Unternehmen ist Innovation ein komplexes Thema voller Herausforderungen. Prozesse, Menschen und Vorschriften müssen berücksichtigt werden.

Wie kann man als globale Führungskraft sein Team dazu anregen, innovativ wie ein Disruptor zu sein?

Man sagt, dass Not erfinderisch macht. Ich bin in Südafrika aufgewachsen, wo Knappheit für mich zum Leben dazugehörte. Wir mussten aus dem, was wir hatten, das Beste machen. Wir waren innovativ, ohne uns darüber klar zu sein.

Die meisten globalen Unternehmen leiden nicht unter knappen Ressourcen. Selbst wenn sie laufend Störfaktoren ausschalten müssen, haben sie immer noch ausreichend Kapital und Ressourcen. Kein Wunder also, dass sie nicht innovativ sind. Die Wahrheit ist, sie haben es nicht nötig, irgendetwas anders zu machen. Ich habe jedoch herausgefunden, dass es Möglichkeiten gibt, eine Umgebung zu schaffen, die das Bedürfnis nach Veränderung weckt und eine Kultur der Innovation fördert.

Negatives in Positives umwandeln

Knappheit. Unvollkommenheit. Fehlerhaftigkeit. Diese Wörter sind allesamt negativ konnotiert. Aber im Zusammenhang mit Innovationsgeist haben sie eine positive Bedeutung.

Wenn Menschen das Wort Knappheit hören, assoziieren sie es damit, nicht über die Ressourcen zu verfügen, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Startups wissen jedoch, dass das Arbeiten mit knappen Ressourcen zum kreativen Denken anregt. Und das ist spannend und vitalisierend und kann eine starke Motivation von Teams bewirken.

Unvollkommenheit wird meistens negativ aufgefasst. Dabei kann etwas unvollkommen sein, ohne schlecht zu sein. Innovationen erfordern Schnelligkeit – Geschwindigkeit, Agilität und die Fähigkeit, rasch umzudenken. Und Unvollkommenheit vereinfacht dies. Wenn du den Anspruch auf Vollständigkeit einmal außen vor lässt, kannst du Dinge mit wenigen Ressourcen erledigen und Zeit sparen.

Jeder Prozess, den ein Unternehmen einführt, soll vor Fehlern schützen. Und wenn alle Systeme ausfallsicher sind, gibt es keinen Raum mehr, um kreativ zu sein und Grenzen zu überschreiten. Leader müssen diese Strategie umdrehen und Umgebungen schaffen, in denen Fehler zulässig sind und Mitarbeiter Hypothesen testen, die Ergebnisse analysieren und experimentieren können. Wenn Fehler als Teil eines Lernprozesses gesehen werden, wird der Weg für Innovationen geebnet.

Managen wie ein Venture Capitalist

Jeder Leader muss sich wie ein Venture Capitalist, ein Risikokapitalgeber, verhalten. VCs kennen das Risiko. Sie wissen, dass die Startups, in die sie investieren, sich permanent weiterentwickeln. VCs lassen ihnen den Freiraum, alles zu tun, was notwendig ist, denn sie glauben daran, dass das Lernen aus Fehlern dem jungen Unternehmen letztlich zum Erfolg verhilft. Wenn alle Unternehmensleiter diese Einstellung hätten, hätten ihre Teams genügend Freiraum, um ihren Innovationsgeist zu entfalten.

Ich habe im Laufe meiner Karriere diese Haltung angenommen und unglaubliche Ergebnisse erlebt. Zum Beispiel als ich CIO von Alaska Airlines war. Flugvergünstigungen sind einer der wichtigsten Vorteile für Mitarbeiter von Fluggesellschaften. Allerdings gab es keine einfache Möglichkeit für Mitarbeiter, ihre Reise zu buchen. Um dieses Problem zu lösen, stellte ich ein Team aus hoch motivierten Mitarbeitern zusammen und gab ihnen ein beschränktes Budget und vollkommene kreative Freiheit, damit sie wie ein Startup agieren konnten. Ich ernannte einen Teamleiter und erlaubte ihm, sich wie der CEO eines Startups zu verhalten. Das Team entwickelte rasch Prototypen, richtete Labs zum Testen der Benutzererfahrung ein, schloss sich mit lokalen Unternehmen zusammen und führte Demos bei Team-Events vor. Daneben löste es Konflikte in Bezug auf Strategien, Budget, Technik und Personal. Aus der harten Arbeit des Teams entstand schließlich eine mobile App, die als Hopper bekannt ist und über eine Web-Schnittstelle und ein dediziertes Team verfügt.

Durch den Erfolg von Hopper wurde eine stärkere Innovationskultur etabliert, in der Mitarbeiter Lösungen entwickeln konnten, mit denen die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden kann.

Physische Räume, die Innovationen fördern

Innovation ist nicht nur eine Geisteshaltung oder ein Prozess. Die physischen Räume, in denen Teams arbeiten, spielen ebenfalls eine Rolle. Menschen neigen dazu, ihr Verhalten an ihre Umgebung anzupassen. Ein Mensch verhält sich beispielsweise völlig unterschiedlich, wenn er in einer Kirche, auf einem Konzert oder in einer Bibliothek ist. Jeder Raum regt andere Gefühle, Emotionen, Denkprozesse und Verhaltensmuster der Menschen an, die ihn bewohnen.

Wenn wir über Innovationen und Startups sprechen, wird häufig das Szenario von „drei Jungs in einer Garage“ angeführt. Einige der erfolgreichsten Startups der Welt nahmen ihren Anfang in Garagen – darunter Amazon und Apple. Der Grund: Die Garage ist eine sichere Umgebung. Sie ist ungezwungen, gemütlich und privat. Sie ist Teil von jemandes Zuhause. Sie ist flexibel – wenn deine Garage dein Büro ist, kannst du deine eigenen Arbeitszeiten bestimmen. Du kannst nach draußen gehen, aufstehen und dich frei in den Räumlichkeiten bewegen. Du kannst in dem Stil arbeiten, der am besten zu dir passt. Durch diese Freiheit können Menschen kreativ denken, ohne Angst zu haben, ständig beurteilt zu werden.

Wenn man Menschen zeitliche und räumliche Grenzen setzt, können sie ihre Kreativität nicht mehr frei entfalten. Wenn man Jeff Bezos und Steve Jobs in triste, graue Arbeitsnischen gesteckt hätte, hätten sie niemals diesen immensen Innovationsgeist entwickelt. Das heißt natürlich nicht, dass Teams grundsätzlich in Garagen arbeiten sollten. Doch man sollte zeitliche und räumliche Grenzen entfernen und Menschen eine Umgebung bieten, in der sie frei denken und kreativ sein können.

Die Diversität der Teams fördern

Diversität ist die vielleicht wertvollste Zutat innovativen Denkens.

Unsere Lebenserfahrungen sind das, was uns ausmacht. Unsere Kultur, Religion, sexuelle Orientierung, Herkunft, Sprache, Erziehung und Bildung beeinflussen die Beiträge, die wir zur Lösung eines Problems leisten.

Menschen, die ähnlich denken, schlagen auch den gleichen Weg ein. Man muss jedoch mehrere Wege erkunden, um denjenigen zu finden, der zum Erfolg führt.

Im Grunde genommen ist Innovation nichts anderes als Problemlösung. Wenn du deinen Teams die richtigen Voraussetzungen bieten, um Herausforderungen anzugehen, werden sie kreative Lösungen entwickeln, die du vorher vielleicht nie für möglich gehalten hättest.

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