Mit WeWork eröffnet Semihandmade Showrooms überall in den USA

14 Schreibtische, 4 in WeWork Grant Park

Das Unternehmen richtet „erweiterte Pop-up-Showrooms“ ein, um seine maßgefertigten Möbel zu präsentieren.

WeWork Grant Park
Chicago, Illinois

Ein „beiläufiger“ Kommentar von einem Unbekannten veränderte das Leben von John McDonald.

McDonald stellt maßgefertigtes Mobiliar her und präsentierte seine Arbeit bei einer Designshow in Los Angeles. Ein Fotograf, dem seine Arbeiten gefielen, erwähnte beiläufig die Überlegung, Türen für Produkte von Ikea anzufertigen.

McDonald trug sich sechs Monate oder ein Jahr mit diesem Gedanken herum und gründete schließlich sein Unternehmen Semihandmade.

„Das war tatsächlich eines dieser völlig unerwarteten und unglaublichen Zufallsgespräche“, so McDonald. „Die Idee stammt also nicht von mir. Aber um die Idee wahr werden zu lassen, war eine ganze Menge harte Arbeit erforderlich.“

Seither ist Semihandmade sprunghaft gewachsen und beschäftigt mittlerweile über 60 Mitarbeiter. In diesem Jahr werden Umsätze von 10 Millionen $ erwartet, womit das Unternehmen das dritte Jahr in Folge in der Liste der 500 am schnellsten wachsenden Unternehmen geführt wird.

Die Idee hinter Semihandmade ist eigentlich ganz simpel: maßgefertigte Türen, Regale und andere Zubehörteile für Standardschränke von Ikea herzustellen und diesen so einen einzigartigen Look zu verleihen. Seit dem Launch im Jahr 2011 hat das Unternehmen für 3.000 Kunden aus den gesamten USA und Kanada gearbeitet.

Bislang konzentrierten sich das Marketing des Unternehmens in erster Linie auf Fachmessen wie die, bei der McDonald zum ersten Mal über die Idee sprach, Bauteile für Möbel von Ikea herzustellen. Laut McDonald handelt es sich um eine kostenintensive Option.

„Ich kann 25.000 $ für ein einziges Wochenende auf einer Fachmesse ausgeben, und dann bin ich wieder weg“, sagt er. „Wenn man das im Laufe eines Jahres mit dem Faktor Sechs oder Sieben multipliziert, kommt eine stattliche Summe zusammen.“

Knapp 18 Monate nach dem Beginn der Nutzung von WeWork Standorten begeistern uns die Ergebnisse. Und das spiegeln auch unsere Verkaufszahlen wider.

John McDonald

Deshalb beschloss McDonald, etwas Neues auszuprobieren, um seine Produkte Menschen überall im Land vorzustellen. Im Jahr 2016 eröffnete er einen Showroom in den Räumlichkeiten von WeWork Grant Park in Chicago.

“For a fraction of what we would pay for a trade show, we can put our products in front of our customers in Chicago,” says McDonald. “They can get an up-close look at what we have to offer.”

Wie McDonald erklärt, liegt die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher, dass aus Besuchern der WeWork Räumlichkeiten Kunden werden.

„Etwa 45 % der Anfragen über unsere Website enden mit Auftragsabschlüssen“, so McDonald. „An unseren WeWork Standorten, die Menschen für eine 30-minütige Beratung aufsuchen und dabei die Türen persönlich in Augenschein nehmen können, liegt dieser Anteil eher bei 85 %.“

Grant Park ist nicht der einzige WeWork Standort, den das Unternehmen nutzt. Es gibt auch Showrooms in New York und Pasadena, in den nächsten Monaten ist geplant, weitere Showrooms in San Francisco und Seattle zu eröffnen.

„Wir bezeichnen diese Option als ‚erweiterte Pop-up-Showrooms’“, erläutert McDonald. „Potenziell können wir diese sechs Monate, ein Jahr oder auch dauerhaft betreiben. Wir überlegen sogar, auf diese Weise komplett auf den Besuch von Designmessen zu verzichten.“

Er zieht auch in Erwägung, weitere Pop-up-Showrooms in Städten mit großen jährlichen Events zu eröffnen, beispielsweise in Austin einige Monate vor und nach dem riesigen Konferenz-Festival South by Southwest, was das Geschäft deutlich beleben könnte.

Für McDonald handelt es sich hierbei nicht um klassische Showrooms. Es stimmt zwar, dass man einen Termin mit einem Designer vereinbaren kann, der einem bei der Planung eines maßgefertigten Projekts für Küche oder Bad hilft. Aber er hofft, dass auch andere WeWork Mitglieder einmal vorbeischauen, sich eine Auszeit auf einem der Sofas gönnen oder ihr Telefon aufladen.

Die Verfügbarkeit von Räumlichkeiten je nach Bedarf ist für McDonald eines der wichtigsten Argumente, die für WeWork sprechen. So hat er jetzt mehr Zeit, sich auf das Wachstum seines Unternehmens zu konzentrieren.

„Es war wirklich wie eine kleine Explosion“, so McDonald. „Wir wachsen so schnell, dass man kaum einmal Zeit zum Durchatmen hat. Es ist wirklich erfreulich, dass das unser Hauptproblem ist.“

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