Mit WeWork als Ausgangspunkt starten Freunde aus Harvard eine „Social University“

38 Schreibtische, darunter 10 in WeWork Kinzie

Die Gründer von IVY planen ihre globale Expansion in WeWork-Räumlichkeiten in den gesamten USA

WeWork Kinzie
Chicago, Illinois

Als Beri Meric und Philipp Triebel gedanklich Ideen für ihr erstes Startup durchspielten, kamen sie nicht sofort auf IVY. Tatsächlich fielen ihnen gleich mehrere Ideen ein – darunter eine Plattform, um Absolventen von Business Schools miteinander zu verbinden, oder ein Dating-Netzwerk nur für Mitglieder –, bevor sie auf die Idee ihrer „Social University“ kamen.

Seit ihrem Abschluss an der Harvard Business School im Jahr 2010 veränderten die Freunde ihren Business Plan viele Male. Aber Meric meidet in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Neuausrichtung“.

„Ich habe den Eindruck, dass viele Leute über diesen Begriff philosophieren, wobei es eigentlich um eine andauernde Entwicklung geht, nämlich herauszufinden, was die Menschen tatsächlich von deinem Unternehmen erwarten“, erklärt Meric.

IVY wurde vor vier Jahren gegründet und scheint genau das zu bieten, was seine Mitglieder suchen. Mittlerweile konnte das Unternehmen über 150.000 Abonnenten gewinnen, die Benachrichtigungen über vielseitige Social Events erhalten, die IVY in New York, Los Angeles, San Francisco, Chicago, Boston, Miami und Washington, D.C. ausrichtet.

Um welche Art von Events es sich handelt? Mitglieder in Los Angeles haben beispielsweise die Möglichkeit, an einer privaten Führung im Museum of Contemporary Art teilzunehmen, in Miami können sie bei Salsa-Unterricht ihr Potenzial auf der Tanzfläche ausloten. Und in Chicago, der „Windy City“? Die Basketball-Profis der Chicago Bulls anfeuern. San Francisco? Anhören, was der CEO von Levi’s über die Neuerfindung der Marke zu berichten hat. Am beliebtesten sind Events, bei denen es keine Sitzplätze gibt.

„Als wir unsere Aktivitäten in New York starteten, gab es etwa eine Veranstaltung pro Monat“, so Meric. „Momentan organisieren wir alleine in New York 20, manchmal fast 30 Events.“

Der Kerngedanke ihrer Idee besteht darin, dass die Stadt, in der man lebt, auch der Ort sein kann, um „neue Menschen zu treffen, sich über innovative Ideen auszutauschen und mehr darüber zu lernen, was wirklich wichtig ist.“

„Es ist eine Art Universität, aber für das gesamte Leben“, erklärt Meric. „Alle unsere Aktivitäten zielen darauf ab, deine Stadt aus dem Dornröschenschlaf zu holen und aus deiner Heimatstadt deinen Campus zu machen.“

Etwa 90 Prozent der Events, die wir veranstalten, sind Dinge, die unsere Mitglieder unter dem Motto ‚Wäre das nicht eine tolle Sache?’ angeregt haben.

Beri Meric

Laut Meric hatten sie zu keinem Zeitpunkt geplant, so viele Events zu veranstalten. Aber die Mitglieder ließen keinen Zweifel daran, wie sehr sie diese Zusammenkünfte mit anderen interessanten Personen genossen.

„Das war schon immer der Fall“, erklärt Meric. „Etwa 90 Prozent dessen, was wir tun, sind Dinge, die unsere Mitglieder unter dem Motto ‚Wäre das nicht eine tolle Sache?’ angeregt haben.“

Neben den über 1.000 Events, die IVY jedes Jahr organisiert, veranstaltet das Unternehmen auch häufig Ausflüge wie ein Ski-Wochenende in Aspen oder eine Exkursion nach Island. Kuba war bei den Mitgliedern derart beliebt, dass es bereits mehr als einmal auf dem Programm stand.

„Bei der Rückkehr sind alle Teilnehmer beste Freunde“, so Triebel. „Wir empfehlen solche Reisen vor allem deshalb, weil ich selbst in der Business School auf Reisen enge Freunde gefunden habe.“

Zusätzlich erhält man Zugriff auf ein Online-Magazin und andere betreute Online Contents, die Mitgliedern helfen sollen, „zu lernen, zu wachsen und ihr Potenzial zu entfalten“.

Das Unternehmen hat große Zukunftspläne. Als nächstes steht London auf der Liste, gefolgt von Hongkong, Singapur, Tel Aviv und Dubai. In 10 Jahren hoffen sie, in 50 verschiedenen Städten präsent zu sein.

IVY war ursprünglich ansässig im WeWork Soho West und hat sich von einem sechsköpfigen Team in New York zu einem Unternehmen mit 75 Mitarbeitern überall in den USA gemausert. Triebel beschreibt es als „absolut unkompliziert“, Mitarbeiter an fünf verschiedenen WeWork Standorten zu haben.

„Im Grunde genommen geht es uns darum, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und sie dazu zu bewegen, in Projekten zusammenzuarbeiten und gemeinsam neue Unternehmen zu gründen“, erläutert Triebel. „Wir schaffen es, Menschen zum Beitritt unserer Community zu bewegen und in die Geschäftsaktivitäten anderer Mitglieder zu investieren.“

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